Kolpingwanderer im Tannheimer Tal

2020 08 01 082440 TannheimerTal Kolping

Freitagmorgen 5 Uhr Abfahrt in Eppingen - 5.30 Uhr Reifenpanne auf der A8 - 8.05 Uhr, dank Tassilos spontanem Reifenlieferservice und dem Formel-1-tauglichen Reifenwechselteam Hans und Robert, Weiterfahrt Richtung Österreich. So starteten 10 Kolpingwanderer zu ihrer diesjährigen Tour ins Tannheimer Tal. Wer nun dachte, eine Wandertour, die so beginnt, steht unter einem schlechten Vorzeichen, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Die Insassen des Pannenautos kamen zwar zu spät für den ersten Aufstieg von Enge (1210m) über die Bad Kissinger Hütte (1762m), konnten aber den Zeitverlust mit Hilfe der Füssener Jöchle Bahn wieder aufholen. Auf der Sonnenalm (1818m) feierte die Gruppe bei strahlendem Sommerwetter mit einem ersten Getränk die Wiedervereinigung. Von nun an galt das von unserem Wanderkoordinator Uli im Vorfeld ausgegebene Motto: „Die Gruppe bleibt zusammen!“ Gemeinsam ging es weiter über das Füssener Jöchl und den Rücken des Rheintaler Jöchl hinab zur Neuen Füssener Hütte (1530m). Mit Blick auf den malerischen Gipfel des Gimpel (2173m) ließen sich die Wanderer das Mittagessen schmecken. Schwerverdaulich war allerdings die Antwort der Hüttenwirtin, die nach der Länge des Weges bis zum Tagesziel Gimpelhaus befragt meinte: „ Des is knackig. Da wollt´s ihr heit no nauf?“ Und nach einem kritischen Blick über die Gruppe folgte ein ungläubiges: “Ihr alle?“ Aber die berggestählten Teilnehmer zahlreicher Kolpingwandertouren ließen sich nicht einschüchtern und machten sich an den tatsächlich sehr anspruchsvollen Aufstieg hinauf zur Nesselwängler Scharte (2007m). Die Kletterpartie über einen mit zum Teil defekten Seilen gesicherten Steig forderte den Einsatz aller Kraftreserven. Nach dem folgenden Abstieg zum Gimpelhaus (1659m) wurde die Gruppe mit kühlen Getränken, luxuriösen Zimmern mit Balkon und herrlichem Ausblick auf das Bergpanorama belohnt.

Der zweite Wandertag begann ebenfalls mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen, die die Wanderer bereits beim Abstieg nach Nesselwängle ins Schwitzen brachten. Die Versuchung, einen Badetag im glasklaren Wasser des Haldensees einzulegen war dementsprechend groß. Aber auch der Aufstieg entlang der westlichen Seite des Strindenbachs über Wiesen und Baumbestände zur Oberen Strindenalpe (1674m) überzeugte durch seine Schönheit. Nach einer ausgiebigen Mittagspause ging es weiter über die Gappenfeldscharte bis zum höchsten Punkt der Tour (2008m) an der Ostflanke der Schochenspitze. Beim Abstieg zur Landsberger Hütte (1810m) zogen bereits bedrohlich dunkle Wolken auf. Beim Queren der Schotterhänge entlang der Lache unterhalb der Lachenspitze (2126m) wurden die Wanderer von einem heftigen Gewitterguss durchnässt, der sich zum Glück erst nach der Ankunft in der Hütte zu einem ausgiebigen Hagelschauer auswuchs. In der warmen und trockenen Stube ließ die Gruppe den Abend gemütlich ausklingen.

Der letzte Wandertag begann bewölkt aber trocken. Da weitere Gewitter angesagt waren, entschloss sich die Gruppe für den direkten, zum Teil mit Seilen gesicherten Abstieg von der Landsberger Hütte vorbei an mehreren Wasserfällen und dem zur Stromerzeugung künstlich angelegten Traualpsee hinunter zum Vilsalpsee (1165m). Auch das letzte Stück im Tal bis zu den in Tannheim geparkten Autos hielt das Wetter. Nach einem sehr leckeren Abschiedsessen waren sich alle mal wieder einig, dass es drei tolle Tage mit weit getragenem Schinken, zahlreichen Gipfel-, Scharten- und Wasserfallschnäpsen und vielseitig einsetzbarem Tapeband in den Tannheimer Bergen waren.

 

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